Workshops · Beratung · Prozessbegleitung für eine diskriminierungskritische Kulturarbeit

Was wir tun

Wie können Kultureinrichtungen strukturelle Veränderungsprozesse anstoßen, um mehr Teilhabe und Chancengleichheit zu ermöglichen sowie Diskriminierung aktiv abzubauen?

Mit dieser zentralen Frage beschäftigt sich die Beratung der W3_. Seit fast zehn Jahren führen wir Workshops und Fortbildungen durch, beraten Kulturtätige zu diskriminierungskritischen Fragestellungen und begleiten Kulturinstitutionen in ihren Öffnungsprozessen.

Für wen wir da sind

Unser Angebot richtet sich an Hamburger Kultureinrichtungen wie beispielsweise Theater, Stadtteilkulturzentren, soziokulturelle Zentren, Produktionshäuser, Konzerthäuser, Festivals oder Ausstellungshäuser. Ebenso arbeiten wir mit freien Kulturtätigen und -projekten. Sofern Kapazitäten vorhanden sind, beraten wir auch Personen und Organisationen außerhalb Hamburgs sowie solche ohne direkten Kulturbezug.

Unsere Haltung

Unsere Begleitung verstehen wir als einen Prozess des Lernens und Verlernens. Unser Ansatz zur Organisationsentwicklung richtet sich an die gesamte Organisation. Der Grund: Die Auseinandersetzung mit Diskriminierung erfordert Ressourcen, Verantwortungsübernahme und Zeit sowie einen offenen Austausch zwischen allen Beteiligten, um nachhaltige Transformationsprozesse anzustoßen.

Wir begreifen Rassismus und andere Diskriminierungsformen als Ideologien, die dazu dienen, Privilegien, ungleiche Machtverhältnisse sowie den Zugang zu Ressourcen zu legitimieren und aufrechtzuerhalten. Diese Ideologien werden in zwischenmenschlichen Beziehungen sowie innerhalb institutioneller Strukturen, Routinen und kultureller Praktiken (re)produziert – oft unbewusst und unbeabsichtigt.

Mit unserem intersektionalen Ansatz verstehen wir Rassismus nicht isoliert, sondern als Teil miteinander verflochtener Macht- und Diskriminierungsverhältnisse. Unterschiedliche Diskriminierungsformen wirken dabei zusammen und können sich gegenseitig verstärken. In unserer Arbeit liegt der Fokus darauf, rassistische Strukturen und ihre Auswirkungen sichtbar zu machen und zu ihrer Veränderung beizutragen. Dabei berücksichtigen wir stets auch Verschränkungen mit Sexismus, Queerfeindlichkeit, Klassismus, Ableismus und weiteren Formen gesellschaftlicher Ungleichheitsverhältnisse.

Unsere Angebote schaffen Räume für eine kritische Auseinandersetzung mit strukturellem Rassismus, gesellschaftlichen Machtverhältnissen und anderen Formen von Diskriminierung. Gemeinsam beschäftigen wir uns mit Privilegien, Ausschlüssen und Handlungsmöglichkeiten – für eine solidarische und diskriminierungskritische Praxis im Kulturbereich.

Ebenen der Veränderung: Die drei „P“s

In unserer Arbeit konzentrieren wir uns auf drei zentrale Handlungsfelder, von denen aus Transformationsprozesse hin zu einer vielfaltsorientierten und diskriminierungskritischen Kulturarbeit angestoßen werden können:

Personal: Sind unsere Personalgewinnungsprozesse so gestaltet, dass sie marginalisierte Personen ansprechen und einladen? Welche Maßnahmen ergreifen wir, damit Menschen, die bei uns arbeiten, keine Diskriminierung erleben? Wer hat Zugang zu welchen Positionen? Wie arbeiten wir miteinander und welche Machtverhältnisse prägen unsere Zusammenarbeit und Organisation?

Programm: Mit welchen Haltungen und Werten kuratieren und produzieren wir Inhalte? Welche Geschichten und Perspektiven werden gezeigt und mit dem Publikum geteilt? Welche fehlen oder werden immer wieder auf die gleiche Weise erzählt? Wie gestalten wir unser Programm so, dass sowohl Form als auch Inhalt diskriminierungskritisch und inklusiv sind?

Publikum: Wie können wir ein Raum werden, mit dem mehr Menschen interagieren wollen? Wer nutzt bestehende Angebote – und wer nicht? Wer kann sich sicher, willkommen und wohl fühlen, wer erlebt Ausschluss und Barrieren? Welche Vorstellungen von „normal“ prägen Programm und Publikumsansprache und wie können wir diese Vorstellungen kritisch hinterfragen?

Unsere Angebote

Basierend auf unserer langjährigen Erfahrung in der Beratung von Kultureinrichtungen und freien Kulturtätigen bieten wir vorkonzipierte Basisworkshops an. Gleichzeitig ist es uns wichtig, auch spezifischen Themen und Fragestellungen Raum zu geben. Daher integrieren wir auf Wunsch gerne eure individuellen Anliegen in bestehende Formate oder entwickeln gemeinsam mit euch ein passgenaues Workshopkonzept, das gezielt auf eure Inhalte und Arbeitskontexte zugeschnitten wird.

Wir möchten möglichst vielen Organisationen und Personen die Teilnahme an unseren Angeboten ermöglichen. Falls euer Budget begrenzt ist, sprecht uns gerne an. Wir bieten einen Solidaritätstarif an und suchen gemeinsam nach einer passenden Lösung.

Zu folgenden Themenschwerpunkten bieten wir Workshops an:

  • Antirassismus
  • Anti-Schwarzer Rassismus
  • Diskriminierungskritische Bild- und Sprachpraxis
  • Diversität
  • Empowerment
  • Intersektionalität

Eine Prozessbegleitung stellt einen längeren Prozess dar, in dem wir eure Organisation bei einer diskriminierungskritischen Transformation begleiten. In der Prozessbegleitung unterstützen wir euch Schritt für Schritt dabei, Diversitätssensibilität und Antidiskriminierung mithilfe von konkreten Strategien und Maßnahmen nachhaltig zu verankern. Die Art und Dauer der Begleitung richtet sich nach euren Zielsetzungen sowie spezifischen Bedarfen – denn jede Organisation ist individuell kontextualisiert und bringt verschiedene Strukturen, Ressourcen und Herausforderungen mit.

Die Begleitung kann folgende Bausteine umfassen:

  • Bestandsaufnahme:

Wir unterstützen Kulturorte dabei, ihre Strukturen und alltäglichen Praktiken aus einer diskriminierungs- und machtkritischen Perspektive zu reflektieren. Dieser erste Schritt hilft dabei, Ausschlüsse und Leerstellen sichtbar zu machen sowie konkrete Handlungsfelder für Veränderungsprozesse zu identifizieren. Er bildet die notwendige Grundlage für langfristige strukturelle Veränderungen.

  • Diskriminierungskritische Einstellungsprozesse:

Wir begleiten euch bei der diskriminierungskritischen Gestaltung eurer Personalgewinnung – von zugangsorientierten Outreachstrategien über die Analyse von Stellenausschreibungen bis zur Entwicklung gerechterer Auswahlverfahren. Ziel ist es, strukturelle Zugangsbarrieren abzubauen, die Repräsentation marginalisierter Perspektiven zu stärken und Gerechtigkeit sowie Chancengleichheit nachhaltig zu verankern.

  • Diskriminierungskritische Öffentlichkeitsarbeit:

Wir beraten bei der Entwicklung von Kommunikationsstrategien. Dabei analysieren wir Sprache, Narrative und Bilder in bestehenden Materialien auf stereotype oder ausschließende Darstellungen. Darauf aufbauend unterstützen wir die Entwicklung inklusiver und respektvoller Kommunikationsformen, die unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und anerkennen.

  • Entwicklung von Code of Conducts, Leitfäden, Verhaltensrichtlinien:

In einem partizipativen Prozess entwickeln wir gemeinsam verbindliche Haltungen und Richtlinien zum Umgang mit Diskriminierung. Ein Code of Conduct definiert gemeinsame Werte, Verhaltensstandards und Erwartungen und schafft damit Orientierung im Arbeitsalltag. Zugleich versteht er sich als strategisches Instrument, um institutionelle Machtverhältnisse kritisch zu reflektieren und nachhaltige Veränderungsprozesse anzustoßen.

  • Entwicklung von Schutzkonzepten:

Wir unterstützen bei der Erstellung von Schutzkonzepten, die insbesondere die Perspektiven und Bedürfnisse marginalisierter Gruppen in den Mittelpunkt stellen. Dazu gehören die Identifikation von Risiken und Machtasymmetrien, die Entwicklung präventiver Maßnahmen sowie konkrete Strategien im Umgang mit Vorfällen. Auf diese Weise wollen wir eine Kultur der Verantwortlichkeit, Sicherheit und Fürsorge etablieren, die nicht nur auf Vorfällen reagiert, sondern aktiv daran arbeitet, diese zu verhindern.

  • Sensibilisierungsworkshops:

Wir bieten themenspezifische Schulungen für Leitungspersonal und Mitarbeitende an. Diese Workshops stärken ein diskriminierungskritisches Bewusstsein, eröffnen Räume für individuelle sowie kollektive Reflexion und erweitern Handlungsspielräume im Berufsalltag. Ziel ist ein reflektiertes, solidarisches und verantwortungsbewusstes Miteinander.

  • Unterstützung und Begleitung von Antidiskriminierungsarbeitsgruppen:

Wir begleiten interne Awareness- oder Antidiskriminierungs-AGs dabei, inklusive Strukturen zu schaffen, klare Ziele zu definieren und wirksame Strategien für nachhaltige Veränderung zu entwickeln. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Reflexion von Machtverhältnissen und bestehenden Strukturen. Wir möchten AGs gezielt darin stärken, Veränderungsprozesse aktiv und gemeinschaftlich zu gestalten.

Im Unterschied zur Prozessbegleitung besteht unsere Beratung aus einzelnen oder mehreren Terminen mit ausgewählten Personen aus eurer Organisation. In diesen kompakten Gesprächseinheiten beantworten wir eure Fragen und teilen unsere Perspektiven, Impulse und Erfahrungen. Dabei verstehen wir uns als Sparringpersonen und Impulsgebende. Ziel ist es, dass die Themen anschließend innerhalb der Organisation selbstständig weiterbearbeitet werden.

Referenzen

Im Rahmen unseres Beratungsangebotes haben wir bereits Öffnungsprozesse begleitet sowie verschiedene Workshopformate konzipiert und umgesetzt – unter anderem für: Behörde für Kultur und Medien Hamburg, Bewegungsstiftung, Ernst-Deutsch-Theater, Jenny Beyer Productions, Kampnagel, Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt, Thalia Theater, Unimuseum der Universität Hamburg & viele weitere Organisationen…

Anfragen und Kontakt

Haben wir euer Interesse geweckt? Dann schreibt uns an: beratung@w3-hamburg.de

In einer kostenlosen Erstberatung klären wir eure Bedarfe und Wünsche und lernen uns gegenseitig kennen. Gemeinsam wollen wir uns anschauen, an welcher Stelle auf dem Weg zu einer diskriminierungskritischen und vielfaltssensiblen Organisation ihr aktuell steht, welche Fragen und Themen euch beschäftigen, um mögliche und passende Veränderungswege für euch zu identifizieren.

Wir freuen uns auf eine gemeinsame Zusammenarbeit!

👉 Die Beratung findet im Rahmen des Projekts [in:szene] statt und wird gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg

Räume

Bei Bedarf könnt ihr unsere Räume für euer Vorhaben mieten. Die Preise unterscheiden sich je nach Raumgröße und Nutzung:

NameUmfangGewerbliche & private NutzungGemeinnützige Organisationen
Clubraum1 Stunde30 €16 €
 Ein halber Tag – bis zu 4 Stunden75 €45 €
 Ein ganzer Tag – ab 4 Stunden110 €70 €
Seminarraum1 Stunde40 €25 €
 Ein halber Tag – bis zu 4 Stunden110 €70 €
Saal1 Stunde90 €45 €
Ein halber Tag – bis zu 4 Stunden260 €125 €
Ein ganzer Tag – ab 4 Stunden350 €220 €

Alle Gebühren sind Nettobeträge und werden zzgl. 19% USt. berechnet.

👉 Weitere Infos und Fotos unserer Räume: https://w3-hamburg.de/start/raeume/

Wer wir sind

Sonja Collison (sie/ihr) ist studierte Kulturanthropologin, Creative Producerin und Diversitycoach mit ghanaischen Wurzeln aus Hamburg. In ihrer Arbeit verbindet sie Medien, gesellschaftspolitische Bildung und kreative Ausdrucksformen miteinander. Als ausgebildete Diversitytrainerin gibt sie Workshops und sensibilisiert für diskriminierungskritische Perspektiven und den Weg zu einer dekolonisierten Gesellschaft. Ihr Schwerpunkt liegt auf Anti-(Schwarzen-)Rassismus, Empowerment und der Frage, wie Bilder und Sprache unser Denken, unseren Alltag und gesellschaftliche Wahrnehmungen prägen. Gleichzeitig arbeitet sie als Autorin, Journalistin, Produzentin und Regisseurin an Dokumentationen, Musikvideos, Reportagen, Spiel- und Werbefilmprojekten. Darüber hinaus begleitet sie als Sensitivity Reader, Watcher und Writer die deutsche Film- und Medienlandschaft rassismuskritisch. Ihre Arbeit macht sichtbar, dass diskriminierungssensible Medienarbeit Zeit, Wissen und Verantwortung erfordert.

Mirjam Schmidt (sie/ihr) (M.A.) studierte Ethnologie sowie Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Universität Hamburg. Seit 2024 ist sie in der W3_ zunächst als Bundesfreiwillige und später als Projektkoordinatorin tätig. Sie steht bei Beratungsanfragen als erste Ansprechperson zur Verfügung. Darüber hinaus ist Mirjam in sozialen Bewegungen mit den Schwerpunkten Antirassismus und Solidaritätsarbeit aktiv. Ihr Interesse gilt insbesondere dem Zusammenwirken von Rassismus und Kriminalisierung sowie dem Recht auf Migration. In ihrer Arbeit in der W3_ verbindet Mirjam ihr Wissen aus akademischer Theorie und bewegungspolitischer Praxis.

👉 Unsere Angebote werden derzeit von einer Bildungsreferentin durchgeführt. Ergänzend können je nach Thema und Bedarf externe Personen hinzugezogen werden, die spezifische fachliche Schwerpunkte einbringen.