Blick nach Şengal – Feministische Einordnung eines Genozids

©

Blick nach Şengal – Feministische Einordnung eines Genozids

Kostenlose Teilnahme, für die Paneldiskussion ist jedoch eine Anmeldung erforderlich. | Beşdarbûn bêpere ye, lê ji bo nîqaşa panelê qeydkirin pêwîst e.


Donnerstag, 1. Oktober 2026
19:30 – 21:00

Beyond Borders, Diskussion, Podiumsgespräch

Veranstaltungsort: Kölibri, GWA St. Pauli, Hein-Köllisch-Platz 12, 20359 Hamburg

Paneldiskussion in der GWA St. Pauli

Mit: Rojda Arslan, Dr. Leyla Ferman, Çiçek Yildiz
Moderation: HINARA e.V.

Têbînî: Guhertoyeke bi zimanê Kurdî ya nivîsê li jêr peyda dibe.

Content Note: Genozid, Mord, sexualisierte Gewalt, Versklavung, Vertreibung

Vor gerade einmal 12 Jahren brach der IS (Islamische Staat) in Şengal ein und verübte einen Genozid an der dort lebenden êzîdischen Bevölkerung. Als religiöse Minderheit war sie in ihrer Geschichte stets von Genoziden betroffen. Der 3. August 2014 markierte den 74. Genozid und wird „Ferman“ (auf Deutsch: „Befehl“) genannt. Während des Fermans wurden 10.000 Menschen ermordet und 40.000 Menschen vertrieben.

Besonders Frauen und Mädchen wurden zur Zielscheibe dieses Massenmordes. So wurden sie auf Sklavenmärkten an IS-Mitglieder verkauft. Sie lebten in Gefangenschaft und wurden körperlich und sexuell missbraucht. Viele êzîdische Frauen konnten durch den Eingriff kurdischer bewaffneter Einheiten aus der Gefangenschaft befreit werden. Der IS wurde dadurch zurückgeschlagen. Bis heute gilt Şengal als befreit, doch durch die aktuellen Eskalationen in dieser Region ist auch die Sicherheit Şengals stärker bedroht. Besonders für die Frauen und Mädchen aus Şengal war die Unabhängigkeit Şengals auch stärker mit ihrer Freiheit verbunden.

Um einen besseren Einblick in diese Themen zu bieten, wird es in Hamburg eine zweitägige Veranstaltungsreihe geben. Dabei soll am ersten Tag durch Dialog und mit Fragen in einer Paneldiskussion der juristische, soziologische und theologische Kontext geöffnet werden. Am zweiten Tag werden durch den Film „Letters from Şengal“ der Ferman und die Befreiung thematisiert.

  • Die Teilnahme ist kostenlos
  • Für die Paneldiskussion ist eine Anmeldung erforderlich
  • In deutscher Lautsprache, mit Übersetzung in kurdische Lautsprache

Eine Kooperation von HINARA e.V., der Rosa-Luxenburg-Stiftung Hamburg und der Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V.

Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Projekts „Beyond Borders – Feminsmen stärken“ und wird gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der NUE aus Erträgen von BINGO!-Die Umweltlotterie sowie der Landeszentrale für politische Bildung.


Rojda Arslan, ist Juristin mit Schwerpunkt im Völkerrecht und arbeitet insbesondere zu geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen in Konflikt- und Krisengebieten. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Völkerrecht, Menschenrechten und Rassismusprävention. Rojda ist seit 2018 Mitglied des Vereins für Demokratie und internationales Recht (MAF-DAD e.V.) und war Teil der ersten Fact-Finding-Mission nach Rojava im Jahr 2020. Darüber hinaus ist sie Reporterin für das deutsche Team des International Law in Domestic Courts (ILDC) der Oxford University Press. Rojda ist Fachbereichsleiterin des Centrums für intersektionale Diversität (CiD) von Yekmal e.V., wo sie unter anderem die Arbeit in den Bereichen Antidiskriminierung, Rassismusprävention und Schutz vor Gewalt verantwortet.

Dr. Leyla Ferman wurde als Tochter êzîdisch-kurdischer Eltern in Deutschland geboren. Sie studierte Politikwissenschaft und promovierte 2014 zum Thema „Dezentralisierung und ethnische Konflikte. Die Kurdenfrage und die lokale Ebene in der Türkei“. Seit Beginn des Völkermordes an den Êzîd*innen im August 2014 engagiert sich Leyla Ferman in verschiedenen Projekten, die sich auf weibliche Überlebende, die Dokumentation und den Wiederaufbau von Şengal konzentrieren. Sie ist Vorstandsmitglied von „Women for Justice“. Leyla arbeitete unter anderem als Beraterin für internationale Beziehungen, als Koordinatorin für die Gedenkstätte Bergen-Belsen sowie für ein Projekt namens „FERMAN“ der Stiftung Gedenkstätten Niedersachsen. Heute arbeitet sie unter anderem als Forschungsberaterin für das Survivor-Centred Visual Narratives Project und ist Co-Leiterin von GAPS „Genocide — Accountability — Participation — Solutions“.

Informationen zu Çiçek Yildiz folgen in Kürze.


Habt ihr Hinweise an uns oder gibt es Hindernisse, die es euch nicht ermöglichen, an unserer Veranstaltung teilzunehmen? Teilt uns diese gerne mit unter: awareness@w3-hamburg.de.

Als Veranstalter*innen verpflichten wir uns zum aktiven Vorgehen gegen jegliche Form von Diskriminierung. Wir möchten darüber hinaus alle Gäst*innen dazu ermutigen, uns als Veranstalter*innen im Falle diskriminierender, grenzüberschreitender oder verletzender Vorfälle anzusprechen – entweder direkt vor Ort oder auch im Nachgang der Veranstaltung. Detaillierte Informationen zu unserem Verhaltenskodex und der Selbstverpflichtung zu Antidiskriminierungsmaßnahmen sowie Kontakte und Unterstützungsmaßnahmen findet ihr hier 👉 https://w3-hamburg.de/zugang-barrierefreiheit-antidiskriminierung/.

Kurdish version:

Berê 12 salan Daeş bi zorê ketiye Şengalê û qetliyameke li ser gelê êzîdî pêk anî. Gelê Êzîdî di dîrokê de gelek qetliyaman dîtiye.

3ê Tebaxe 2014 bûye roja reş ji bo Şengal û wek qetliyama 74ê min bi navê „Ferman“ belav bûye. Di vê demê de 10 hezar mirov hatin kuştin

û 40 hezar zêdetir ji welat û axê xwe de koçber bûn. Bi taybet jin û keç hatin hedef girtin, ew wek kolê ji bo endamên Daeş di nav sûkê de hatin firotin.

Jin û keç ku ji milê Daeş hatin girtin mîna girtiyan jiyîn û gelek şidet û taciz dîtin. Gelek ji wan ji milê YPJ hatin rizgar kirin. Daeş li ser vê esasê

têkçû. Heya niha Şengal fermî ji milê Daeş rizgar bûyê, lê siyaset û xeteriyên ên herêmê dîsa gelê Êzîdî dixin bin xeteriyeke nû. Bi taybet ji bo jin û keç serxwebûna Şengalê

giredayî azadiya wan bi xwe. Ji bo ku em xwe di vê mijarê de zêdetir kûr bikin, bernameyeke 2 rojan li Hamburg de were lidarxistin. Li ser vê bingehê roja yekem dayîn û standin û nîqaş

bi Paneleke werin birêxistin kirin. Roja duyem bi taybet filma „Nameyên ji Şengalê“ Fermana 74êmîn û rizgarkirina Şengalê bi nav dike.

  • Beşdarî belaş
  • Ji bo nîqaşa panelê qeydkirin pêwîst e 
  • Bi zimanê Almanî, lê derfetên tecrumantî ji bo zimanê kurdî hene.

Ji milê HINARA e.V., Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg û Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V. hat birêxistin kirin.

Ev rêzeçalakî beşek ji projeya „Beyond Borders – Femînîzman xurt bikin“ e. Proje ji aliyê ENGAGEMENT GLOBAL ve bi pereyên Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ji aliyê NUE ve ji dahatên BINGO!–Die Umweltlotterie û herwiha ji aliyê Landeszentrale für politische Bildung ve tê piştgirîkirin.