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Crowdworking und Plattformen – Digitale Arbeit im globalen Wettbewerb

Die Versanstaltung ist leider abgesagt

arbeit global
Mo, 16.11.2020
19:00 - 21:00
Mit: Florian Alexander Schmidt – HTW Dresden, Laura Meschede - Journalistin und Laura-Solmaz Litschel – Leuphana Universität Lüneburg, Moderation: Anke Schwarzer – Arbeitskreis Hamburg Postkolonial

Plattformen spielen im digitalen Zeitalter eine wichtige Rolle bei der Organisation von Arbeitsprozessen und der Vermittlung von Jobs. Über 70 Millionen Menschen weltweit arbeiten mittlerweile als Crowdworker*innen – oft unsichtbar und unter prekären Bedingungen. Nicht nur großer Konkurrenzdruck und hohe Flexibilität bestimmen den globalen Wettbewerb, auch die finanzielle Abhängigkeit der Crowdworker*innen ist oft hoch und die Rechte der Arbeitnehmer*innen werden durch Solo-Selbstständigkeiten ausgehebelt. Zudem erfolgt die Verteilung der Arbeit über Plattformen nicht überall zu den gleichen Bedingungen.

Wie ist Crowdworking zwischen und innerhalb Ländern des globalen Nordens und Südens verteilt? Welche Tätigkeiten werden wie über digitale Plattformen vermittelt und inwiefern reproduzieren sich darin globale Ungleichheiten oder koloniale Ausbeutungsverhältnisse? Welche Auswirkungen hat Crowdsourcing auf den globalen Arbeitsmarkt und welche Chancen und Risiken sind für Arbeitende und Unternehmen weltweit mit dieser Art von Arbeit verbunden? Und welche Handlungsspielräume haben Crowdworker*innen innerhalb dieser neuen Form des plattformvermittelten, digitalen Arbeitens?

Darüber sprechen wir mit:

Florian Alexander Schmidt ist Teil des International Network on Digital Labour (INDL) und Herausgeber der Studie „Crowdproduktion von Trainingsdaten: Zur Rolle von Online-Arbeit beim Trainieren autonomer Fahrzeuge“ (Hans-Böckler-Stiftung, 2019). Anhand von qualitativen Interviews hat er die Arbeitsbedingungen von Crowdworker*innen in Venezuela untersucht, die Trainingsdaten für die deutsche Autoindustrie generieren. Neben seiner Tätigkeit als Designer und Professor für Designkonzeption und Medientheorie an der HTW Dresden veröffentlicht er seit 2006 Bücher, journalistische Artikel und wissenschaftliche Studien in den Bereichen Designgeschichte, Medientheorie und Zukunft der Arbeit. Die Mechanismen digitaler Plattformen, die Geschichte des Crowdsourcing sowie die Herausforderungen von Crowd- und Gigwork beschäftigen ihn dabei besonders.

Laura Meschede schreibt regelmäßig über gesellschaftliche Umbrüche und Veränderungen, die mit der Digitalisierung einhergehen. Als investigative Journalistin hat sie eine Zeit lang als Clickworkerin bei Amazon Mechanical Turk gearbeitet. Über online-Foren hat sie sich mit Crowdworker*innen weltweit ausgetauscht und einige von ihnen in Indien besucht, um mehr über die Arbeitsbedingungen in der Plattformökonomie, die Erwartungen und Abhängigkeiten, die mit Clickwork verbunden sind, zu erfahren.

Laura-Solmaz Litschel arbeitet am Centre for Digital Cultures (CDC) und am Institut für Soziologie und Kulturorganisation (ISKO) der Leuphana Universität Lüneburg zu den Zusammenhängen von Migration, Arbeit, Digitalisierung und Rassismus. Im transnationalen Projekt „Night spaces: migration, culture and IntegraTion in Europe (NITE)“ beschäftigt sie sich mit der Transformation von Städten im Zuge der Digitalisierung. Am Beispiel digital-organisierter Plattformarbeit erforscht sie, wie die „digitalisierte Nacht“ neue Praxen der Mobilität hervorruft, welche Herausforderungen mit algorithmusbasierter Arbeit verbunden sind und unter welchen Bedingungen sie migrantische Teilhabe am Arbeitsmarkt fördert. Dazu hat sie sich mit zahlreichen Fahrradkurrier*innen, Paketbot*innen und Uberfahrer*innen in Berlin ausgetauscht.

 

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit dem Museum der Arbeit Hamburg und ist Teil von arbeit global

 

Veranstaltungsort
Museum der Arbeit Hamburg, Wiesendamm 3, Hamburg, https://shmh.de/de/museum-der-arbeit

Veranstalter*in
W3_Werkstatt für internationale Kultur und Politik

Weitere Angaben

Referentin
Florian Alexander Schmidt – HTW Dresden, Laura Meschede - Journalistin und Laura-Solmaz Litschel – Leuphana Universität Lüneburg, Moderation: Anke Schwarzer – Arbeitskreis Hamburg Postkolonial
Wichtiger Hinweis
Die Versanstaltung ist leider abgesagt

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