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Nicht auf unsere Kosten! Arbeit und Klimagerechtigkeit – zusammengedacht

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arbeit global, Diskussion
Di, 19.10.2021
19:00 - 21:00
Mit: Marie-Luisa Wahn - BUNDjugend Deutschland und Thomas Würdinger - IG Metall. Moderation: Barbara Unmüßig - Heinrich-Böll-Stiftung

Anmeldung an anmeldung@boell-hamburg.de

Der vom Menschen verursachte Klimawandel gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Art und Weise wie wir arbeiten und produzieren trägt maßgeblich dazu bei, ob das Pariser Klimaabkommen eingehalten und die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden kann. Um die negativen Folgen des Klimawandels so gering wie möglich zu halten ist sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich ein Umdenken nötig. Doch während mit FridaysforFuture eine zivilgesellschaftliche Bewegung entstanden ist, die weltweit laut für Klima- und Generationengerechtigkeit auf die Straße geht, bangen viele Arbeitnehmer*innen vor allem in der Automobil-, Bau-, Kohle- oder Stahlindustrie um ihre Existenz. Scheinbar unvereinbar steht nachhaltigem Klimaschutz ein drohender Verlust von Arbeitsplätzen gegenüber.

So droht beispielsweise in München seit August die Schließung eines Bosch-Werkes unter dem Vorwand des Klimaschutzes. Doch statt sich gegeneinander ausspielen zu lassen, haben sich dort erstmals Arbeiter*innen und Klimaaktivist*innen in der Initiative „Klimaschutz und Klassenkampf“ zusammengetan, um gegen die Schließung des Werkes zu protestieren. Gemeinsam fordern sie die Umstellung der Produktion auf klimafreundliche und gesellschaftlich notwendige Erzeugnisse.

Erste Annäherungen gibt es z.B. zwischen Ver.di und FridaysforFuture bzw. IG Metall und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Gemeinsam beschäftigen sie sich mit Fragen zum sozialökologischen Umbau, einer Stärkung von Guter Arbeit, die kollektiv durch Tarifverträge abgesichert, mitbestimmt, geschlechtergerecht, gesund und angemessen bezahlt ist. In der Diskussion geht es auch um die Ausrichtung der Wirtschaft an gesellschaftlichen Bedarfen, ökologischer Nachhaltigkeit und gerechter Verteilung anstatt an Profitmaximierung sowie mehr Geld für eine sozialgerechte Verkehrs-, Agrar- und Energiewende.

Warum gibt es bisher so wenige Zusammenschlüsse zwischen Klimabewegung einerseits und Arbeiter*innen und Gewerkschaften andererseits? Warum gestaltet sich die Zusammenarbeit so schwierig und weshalb ist sie dennoch wichtig? Welche Rolle spielt das Thema Klimaschutz in aktuellen gewerkschaftspolitischen Debatten und inwiefern beschäftigten sich Umweltorganisationen und Klimagerechtigkeitsinitiativen mit dem Thema Arbeit bzw. den Forderungen von Arbeitnehmer*innen? Wo gibt es bereits Zusammenschlüsse und wie sieht eine Zusammenarbeit aus? Wie sehen klimaschutzpolitische Maßnahmen aus, die die berechtigten Ängste von Arbeitnehmer*innen einbeziehen? Welche Lösungsansätze bieten Konzepte wie sozial-ökologische Transformation und der European Green Deal und warum reicht „grünes Wachstum“ nicht aus?

Darüber sprechen wir mit Marie-Luisa Wahn (BUNDjugend Deutschland) und Thomas Würdinger (IG Metall)
Moderation: Barbara Unmüßig (Heinrich-Böll-Stiftung)

 

Marie-Luisa Wahn studiert Kommunikations- und Politikwissenschaft sowie Environmental Governance. Seit September 2020 ist sie die Jugendvertretung im Bundesvorstand des BUND und seit Mai 2018 Teil des Bundesvorstands der BUNDjugend. Ihre Leidenschaft gilt den Themen Kohleausstieg und Strukturwandel, sozial-ökologische Transformation und dem Klimaschutz. www.www.bund.net

 

Thomas Würdinger ist aus dem Ressort Grundsatzfragen und Gesellschaftspolitik in der IG Metall Vorstandsverwaltung und koordiniert den bündnispolitischen Austausch mit dem BUND. www.igmetall.de

 

Barbara Unmüßig setzt sich in ihrer Arbeit als Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung seit 2002 und in ihren Publikationen, Vorträgen und Diskussionsbeiträgen mit den vielen Facetten von Macht und Ungleichheit auseinander – global, sozial, ökologisch und geschlechtsspezifisch. U.a. veröffentlichte sie 2015 in Zusammenarbeit mit Lili Fuhr und Thomas Fatheuer die Publikation „Kritik der Grünen Ökonomie“ (oekom). Sie bringt sich regelmäßig in Debatten zu Fragen internationaler Klima- und Umweltpolitik, Global Governance, globaler Gerechtigkeit, Geschlechter- und Demokratiepolitik sowie zur Entwicklungspolitik ein.

 

Die Veranstaltung findet online im Rahmen des W3_Projektes arbeit global und in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg statt.

 

Bild: Markus Spiske / unsplash

Veranstaltungsort
Digital, ,

Weitere Angaben

Referentin
Marie-Luisa Wahn - BUNDjugend Deutschland und Thomas Würdinger - IG Metall. Moderation: Barbara Unmüßig - Heinrich-Böll-Stiftung
Wichtiger Hinweis
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