arbeit global

Das W3_Projekt arbeit global beleuchtet, diskutiert und hinterfragt aktuelle Entwicklungen, Diskurse und Ungerechtigkeiten, die mit der weltweiten Organisation und (Um)Strukturierung von Arbeit einhergehen. Mit Vorträgen, Podiumsgesprächen, Workshops, künstlerischen Aktionen, Rundgängen und Filmscreenings widmet sich die insgesamt 3jährige Reihe dem Wandel aktueller Arbeitsbedingungen, globalisierten und digitalen Arbeitswelten sowie möglichen Zukunftsentwürfen. Dabei werden ganz explizit auch Formen von Arbeit jenseits klassischer Erwerbsarbeit in den Blick genommen.

Im ersten Themenblock, der im Mai und Juni 2019 stattgefunden hat, haben wir uns dem Stellenwert von Arbeit im und für gesellschaftliches Miteinander gewidmet. Wie hängen Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe zusammen? Gibt es „gute“ und „schlechte“ Arbeit? Und welche Arbeit wird ausgeblendet oder in andere Teile der Welt verschoben?

Im zweiten Themenblock von Oktober bis Dezember 2019 lag der Fokus auf globalisierten Arbeitswelten und Zusammenhängen zwischen Arbeit und Migration. Moderne Sklaverei und Zwangsarbeit wurden ebenso thematisiert wie globale Sorge-Ketten und Arbeitskämpfe, die entlang transnationaler Produktionslinien geführt werden. Vor dem Hintergrund kolonialer Kontinuitäten im Welthandel wurde der Blick auf internationale Lieferketten und Unternehmensverantwortung gelenkt. Aber auch die emotionalen Auswirkungen von Arbeitsmigration sowie die prekären Arbeitsbedingungen in der hauptsächlich von Migrantinnen geleisteten Arbeit im Pflege- und häuslichen Dienstleistungssektor haben uns beschäftigt.

Weil die Zugänge zum Arbeitsmarkt, Arbeitsbedingungen und insbesondere Care-Tätigkeiten eng mit geschlechtlichen Zuschreibungen, rassistischen, sexistischen und/oder klassenbezogenen Diskriminierungen verwoben sind, beschäftigt sich der dritte Themenblock ab Januar 2020 mit Arbeit und Geschlechter(un)gerechtigkeit. Benachteiligungen und Diskriminierungen im Arbeitsleben finden sich weltweit und betreffen vor allem Frauen, LSBTIQ*-Personen sowie weitere marginalisierte Gruppen wie z.B. Migrant*innen – und zwar sowohl im globalen Norden wie auch im globalen Süden. Wie können diese Ungerechtigkeiten aufgebrochen werden, sodass inklusive, wertschätzende Arbeitsstrukturen in einer solidarischen Gesellschaft entstehen? Braucht es dafür eine Care-Revolution und wie sieht eigentlich ein periodengerechtes Arbeitsumfeld aus?

Parallel dazu widmet sich der vierte Veranstaltungsblock ab Herbst 2020 dem Thema Arbeit 4.0 -Digitale Arbeitswelten. Globalisierung und Digitalisierung haben die Organisation und Bedingungen von (Lohn-)Arbeit weltweit nachhaltig verändert und konfrontieren Arbeitende, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nach wie vor mit einer Vielzahl an Herausforderungen und Unsicherheiten. In analogen wie digitalen Veranstaltungsformaten diskutieren wir unter Anderem: Wie können sich Arbeiter*innen weltweit im digitalen Zeitalter organisieren? Welche Chancen und Risiken bergen KI, Robotik und Crowdworking  für Länder des Globalen Nordens und Südens? Verstärken Mobiles Arbeiten und Home Office bestehende Geschlechterrollen? Warum ist Technik niemals neutral und inwiefern sind Algorithmen diskriminierend?

Wie kann die Transformation hin zu einer sozial und ökologisch nachhaltigen Arbeitswelt gelingen und welche Maßnahmen sind global gesehen dafür nötig? Alternative Zukunftsentwürfe sowie Arbeiten und Wirtschaften im Kontext des Klimawandels bilden die letzten beiden Schwerpunktthemen des insgesamt 3-jährigen Projektes in 2021. In digitalen wie analogen Veranstaltungsformaten spüren wir den Zusammenhängen zwischen Arbeit und Klimagerechtigkeit nach und laden dazu ein, gemeinsam über solidarische und kooperative Alternativen zu diskutieren.

Im Gespräch mit Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen sowie in interaktiven Planspielen und Workshops entwerfen wir eigene Utopien „guter Arbeit“, schauen uns Entwicklungszusammenarbeit aus einer (de)kolonialen Perspektive an, lernen alternative Ansätze aus der Klimagerechtigkeits- oder Degrowthbewegung sowie das Konzept der Gemeinwohlökonomie kennen und beleuchten die Art und Weise wie wir arbeiten aus dem Blickwinkel der imperialen Lebens- und Produktionsweise.

Wie kann gute Arbeit, die gerecht und sinnstiftend ist und die die Bedürfnisse aller Menschen sowie des Planeten berücksichtigt in Zukunft aussehen? Müssen wir weniger arbeiten, um den Klimawandel zu stoppen? Wo wird „grün gewaschen“ und was sind wirklich sozial-ökologisch nachhaltige und global gerechte Lösungen? Ist eine Wirtschaft jenseits von Profitmaximierung und Wachstumslogik überhaupt denkbar? Und wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die nicht mehr grundlegend von (Lohn-)Arbeit bestimmt ist?


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